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Sieben-Tage-Inzidenz hat ausgedient

Die Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen hat vorerst ausgedient. Nur ein Inzidenzwert soll noch von Bedeutung sein: Bei einem Inzidenzwert von 35 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt greift dort in Innenräumen der 3G-Grundsatz.

Was gilt konkret bei einer Inzidenz über 35? Die einzelnen Maßnahmen im Überblick:

Regeln für Innenräume: 3G und Maskenpflicht

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 35 liegt, gilt von 2. September an in Innenräumen die 3G-Regel. Zugang haben dann nur noch Geimpfte, Genesene oder Personen mit einem aktuellen negativen Corona-Test.

Ausgenommen sind Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und Kinder unter 6 Jahren. Bei Schülern gilt auch der Schülerausweis als Nachweis. Konkret betrifft die 3G-Regel fast alles, was drinnen stattfindet: in öffentlichen und privaten Einrichtungen, Fitnessstudios, Sportstätten, Theatern, Kinos, Museen und Gedenkstätten.

Auch in der Gastronomie, in Hotels, Hochschulen, Krankenhäusern, Bibliotheken, Archiven, Musikschulen oder Volkshochschulen greift ab einer Inzidenz von 35 die 3G-Regel. Gleiches gilt für Freizeiteinrichtungen, also für Bäder, Thermen, Saunen, Seilbahnen und Ausflugsschiffe, Spielbanken und touristische Reisebusse. Rein darf nur, wer getestet, genesen oder geimpft ist.

Für die Gastronomie und den Handel hält die neue Infektionsschutzverordnung zudem gesonderte Lockerungen bereit: In der Gastronomie entfällt die coronabedingte Sperrstunde. Im Handel entfallen die bisherigen Kundenbeschränkungen im Hinblick auf die Größe des Ladens. Gleiches gilt für Dienstleistungen und Freizeiteinrichtungen.

Ausnahmen im öffentlichen Nahverkehr

Ausnahmen von der 3G-Regel gibt es für Privaträume, den Handel, den ÖPNV und Gottesdienste. Wer zum Beispiel mit dem Bus fahren will, muss also auch künftig keinen Impfnachweis oder einen negativen Test vorlegen. Allerdings gilt dort wie fast überall drinnen die Maskenpflicht weiter. Neu ist: Künftig muss nicht mehr unbedingt eine FFP2-Maske getragen werden. Eine sogenannte OP-Maske reicht aus. Neuer Standard sind medizinische Masken.

Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Privaträume, der Platz im Restaurant und jeder Sitz- oder Stehplatz, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Gästen (aus einem fremden Haushalt) eingehalten werden kann. Der Kinobesitzer beispielsweise kann sich also entscheiden: Entweder mehr Sitzplätze vergeben und dafür die Maskenpflicht auch am Platz beibehalten oder weniger Plätze vergeben und dafür entfällt die Maskenpflicht am Platz.

Öffentliche Veranstaltungen: 3G erst ab 1.000 Personen

Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel mit weniger als 1.000 Gästen gilt die 3G-Regel nicht. Außerdem muss draußen grundsätzlich auch keine Maske mehr getragen werden. Nur bei größeren Veranstaltungen (ab 1.000 Personen) muss im Eingangsbereich und dort, wo sich die Leute vermehrt begegnen, auch draußen Maske getragen werden.

Die bisherigen Personenobergrenzen für öffentliche Veranstaltungen entfallen. Bayern erlaubt nun neben Sportveranstaltungen auch wieder Kulturevents oder Kongresse mit bis zu 25.000 Teilnehmern. Veranstaltungsorte, die bis zu 5.000 Menschen fassen, dürfen komplett ausgelastet sein. Darüber hinaus ist eine Auslastung von 50 Prozent möglich. Voraussetzung ist aber ein Hygienekonzept.

Zu beachten ist bei Großveranstaltungen mit über 1.000 Besuchern und bei Messen: Hier gilt die 3G-Regel inzidenzunabhängig, drinnen und draußen. Bei Messen gibt es zudem eine Sonderregel: Hier dürfen 50.000 Besucher pro Tag rein. Volksfeste bleiben untersagt.

Öffnung von Clubs und Diskotheken ab Oktober

Für Clubs und Diskotheken gibt es ab 2. September erst einmal noch keine Lockerungen. Allerdings ist laut Ministerpräsident Markus Söder geplant, Discos und Clubs Anfang Oktober wieder zu öffnen. Rein darf dann nur, wer genesen oder geimpft ist oder einen negativen PCR-Test vorlegen kann. Ein Schnelltest reicht dann für den Discobesuch nicht aus.

Private Treffen: Keine Kontaktbeschränkungen mehr

Kontaktbeschränkungen gibt es künftig nicht mehr. Wer sich privat zu Hause trifft, muss also nicht mehr die Haushalte oder die einzelnen Personen zählen. Wer größere Feste wie Hochzeiten, Geburtstage oder ähnliches im Restaurant feiert, muss sich allerdings an die dort geltenden Regeln halten.

Alten- und Pflegeheime: 3G-Regel drinnen und draußen

In Alten- und Pflegeheimen gilt die 3G-Regel unabhängig von der Inzidenz (also auch unter einer 7-Tage-Inzidenz von 35). Und sie gilt bei Kontakten in Innenräumen genauso wie an der frischen Luft.

Schule: Sicherheit durch Tests

An Grundschulen soll es künftig zweimal wöchentlich so genannte Lolli-Tests geben, an weiterführenden Schulen sind dreimal wöchentlich Schnelltests geplant. Wieder eingeführt wird zudem die Maskenpflicht am Platz. Sie soll erst einmal bis 1. Oktober gelten. Lockerungen gibt es bei der Quarantäne. Sie soll nur noch fünf Tage dauern. Außerdem soll im Fall der Fälle nicht mehr die ganze Klasse automatisch in Quarantäne müssen, sondern es werde laut Staatskanzlei je nach Einzelfall und je nach Umfeld des Infizierten entschieden. Die Inzidenzregelungen, wonach es bei einer bestimmten Schwelle Wechselunterricht gibt, gilt nicht mehr.

Krippen und Kindergärten: Regelbetrieb auch bei hoher Inzidenz

In den Kindergärten wird es künftig auch ab einer Inzidenz von 100 keinen eingeschränkten Regelbetrieb oder gar eine Notbetreuung geben. Weiterhin geben wird es Berechtigungsscheine für Selbsttests, die die Kinder zweimal pro Woche daheim machen können. Bei einem Infektionsfall werde es zudem auch in Kindertageseinrichtungen “Quarantäne mit Augenmaß” geben.

Hochschulen: Wieder in Präsenz

Für das kommende Semester sind wieder Präsenzveranstaltungen möglich. Es gelten dann die allgemeinen 3G-Regelungen und eine allgemeine Maskenpflicht auch am Platz. Tests bekommen die Studenten mit ihrem Studentenausweis kostenlos.

Und wann gibt es Verschärfungen?

Schärfere Corona-Maßnahmen sind künftig abhängig von der Klinik-Auslastung. Dafür will die Staatsregierung eine Krankenhaus-Ampel einführen. Sie schaltet auf Gelb, wenn bayernweit binnen sieben Tagen mehr als 1.200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten. Dann will die Staatsregierung weitergehende Maßnahmen beschließen.

Vorstellbar sei dann die Rückkehr der FFP2-Maskenpflicht oder die Wiedereinführung der Kontaktbeschränkungen, erklärt Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Auf Rot schaltet die Ampel, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen. Dann sollen die Maßnahmen weiter verschärft werden. Wie genau, ist aber offen. Auf welcher Farbe die Ampel steht, soll ab Donnerstag auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums zu sehen sein. Derzeit stehe sie noch auf grün.

Ein 2G-Modell wie etwa in Hamburg, also mit Zugang zu bestimmten Bereichen nur für Geimpfte und Genesene, soll es übrigens erst einmal nicht geben. 2G sei auch in Bayern “theoretisch möglich und nicht verboten, aber nicht vom Staat vorgeschlagen”, sagte Söder. Das “Herzstück” heiße 3G.

Quelle: br24.de